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ARCHITEKTONIKAuktionen für Architektur — Schweiz
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8. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Aufträge für Architekten finden: der Leitfaden für die Schweiz (2026)

Öffentliche Wettbewerbe, private Bauherrschaften, Netzwerk und Plattformen: wo Architekturbüros in der Schweiz Aufträge finden, wie kleine Büros dabei zum Zug kommen und was in ein gutes Profil und eine gute Eingabe gehört.

Aufträge für Architekten entstehen in der Schweiz über vier Kanäle: öffentliche Ausschreibungen und Wettbewerbe auf simap.ch, private Bauherrschaften und Investoren, das eigene Netzwerk und digitale Vergabe-Plattformen. Öffentliche Verfahren sind offen einsehbar, verlangen aber Referenzen und viel Aufwand. Der private Markt hat das grössere Bauvolumen, ist von aussen aber kaum sichtbar; kleine Büros erreichen ihn am ehesten über Empfehlungen und Plattformen.

Für ein Architekturbüro hängt fast alles an der Auftragslage. Kleine, junge und selbstständige Büros haben es in der Schweiz dabei schwer. Die grossen Wettbewerbe gewinnen oft etablierte Namen, und der private Markt ist von aussen kaum sichtbar. Dieser Leitfaden zeigt die vier Kanäle, über die Aufträge entstehen, und wie Sie sie realistisch nutzen. Am Schluss geht es um zwei Dinge, die Sie selbst in der Hand haben: Ihr Profil und Ihre Eingabe.

Die vier Kanäle für Architektur-Aufträge

1. Öffentliche Vergaben und Wettbewerbe

Bund, Kantone, Gemeinden und öffentliche Bauträger schreiben ihre Projekte nach Beschaffungsrecht (BöB/IVöB) aus, meist offen einsehbar auf simap.ch oder als Architekturwettbewerb nach SIA 142/143. Die Verfahren sind transparent und klar geregelt. Dafür ist der Aufwand hoch, die Eignungs- und Referenznachweise sind streng, und die Konkurrenz ist gross. Für ein kleines Büro ohne lange Referenzliste ist der Einstieg schwer. Begriffe wie Präqualifikation oder Zuschlag erklärt unser Vergabe-Glossar.

2. Private Bauherrschaften und Investoren

Der grösste Teil des Bauvolumens ist privat. Immobilienentwickler, Unternehmen, Stiftungen und private Bauherrschaften vergeben ihre Aufträge frei, oft direkt oder über einen eingeladenen Wettbewerb. Hier liegen die meisten Chancen. Von aussen sieht man diesen Markt aber kaum, er läuft vor allem über bestehende Kontakte.

3. Netzwerk und Empfehlungen

Weiterempfehlungen zufriedener Bauherrschaften und ein gepflegtes Netzwerk bleiben die verlässlichste Quelle für Folgeaufträge. Ein Netzwerk wächst allerdings langsam, und bei einem jungen Büro ist es naturgemäss klein. Wer sich allein darauf verlässt, hängt von Zufall und Zeit ab.

4. Digitale Vergabe-Plattformen

Spezialisierte Plattformen bündeln private Ausschreibungen und machen diesen Markt sichtbar. Statt über Jahre Kontakte aufzubauen, sehen Sie die laufenden Vergaben an einem Ort und bewerben sich gezielt. Das senkt die Akquisekosten deutlich. Achten Sie darauf, dass die Plattform Bauherrschaften und Büros prüft, sonst landen viele unseriöse Anfragen bei Ihnen. Wie solche Ausschreibungen ablaufen, zeigt der Beitrag Architekturbüro-Ausschreibungen. Was sich durch KI bei der Vergabe ändert, lesen Sie unter KI und Architektur-Ausschreibungen.

Aufträge für selbstständige Architekten: das Problem kleiner Büros

Wer allein oder zu zweit arbeitet, kennt das Dilemma. Für grosse öffentliche Wettbewerbe fehlen Referenzen und Kapazität, und zum privaten Markt fehlt der Zugang. Dazu kommt der Preisdruck: Wer Aufträge nur über das tiefste Honorar gewinnt, arbeitet schnell unter Wert. Wie Sie ein Honorar sauber herleiten, steht im Beitrag Architektenhonorar in der Schweiz berechnen. Kleine Büros brauchen einen Kanal, über den sie zu gleichen Bedingungen an ernsthafte private Bauvorhaben kommen und bei dem niemand öffentlich unterboten wird.

Wie Architektonik private Aufträge zugänglich macht

Architektonik ist die Schweizer Vergabe-Plattform für Architektur und Immobilienentwicklung. Bauherrschaften schreiben ihre Projekte aus, geprüfte Architekturbüros bewerben sich darauf mit einem versiegelten Honorarangebot. Die Angebote sieht nur die Bauherrschaft. Die Büros sehen weder die Angebote der anderen noch, wie viele eingegangen sind. Die Bauherrschaft wählt nach Honorar, Eignung, Ansatz und Terminen, das tiefste Angebot gewinnt also nicht automatisch. Was gerade läuft, zeigt der Auktionskalender. Wie das Verfahren im Einzelnen abläuft, erklärt der Beitrag Versiegelte Honorar-Auktion.

  • —Jedes Projekt und jedes Büro wird vor der Aufschaltung geprüft, der Entscheid fällt innert 24 Stunden.
  • —Die Honorarangebote sind versiegelt. Niemand unterbietet öffentlich, die Beträge bleiben vertraulich.
  • —Die Bauherrschaft bleibt bis zum Zuschlag anonym.
  • —Kleine und grosse Büros treten unter denselben Regeln an.
  • —Sie nehmen pro Auktion für CHF 39.90 teil oder lösen das Atelier-Abo für CHF 149.90 pro Monat, jeweils exkl. MWST. Alles Weitere auf der Seite Preise.

Was ein starkes Profil ausmacht

Jedes geprüfte Büro hat ein öffentliches Profil im Architekten-Verzeichnis. Die Bauherrschaft öffnet es, wenn sie die Bewerbungen vergleicht, und bewertet danach unter anderem Ihre Eignung.

  • —Passende Referenzen wählen. Ohne Abo zeigen Sie drei Referenzen, mit dem Atelier-Abo acht. Nehmen Sie die Projekte, die zu den Ausschreibungen passen, auf die Sie bieten wollen.
  • —Eine Haltung in einem Satz. Beginnen Sie den Profiltext mit einem Satz dazu, wie Sie arbeiten. Bauherrschaften entscheiden sich auch für die Leute hinter dem Honorar.
  • —Gute Bilder. Jede Referenz zeigt genau ein Bild. Nehmen Sie das stärkste Foto, das Sie vom Projekt haben, und ergänzen Sie Ort, Jahr und einen kurzen Beschrieb.
  • —Spezialisierung und Grösse ehrlich angeben. Die Bauherrschaft kann die eingegangenen Bewerbungen nach Spezialisierung, Bürogrösse und Kanton filtern. Mit genauen Angaben erscheinen Sie bei den Projekten, die zu Ihrer Kapazität passen.
  • —Aktuell halten. Tragen Sie nach jedem abgeschlossenen Projekt die neue Referenz ein.

Was in eine gute Eingabe gehört

Auf Architektonik bewerben Sie sich mit einem Formular in vier Teilen. So kann die Bauherrschaft alle Eingaben nebeneinanderlegen und Eignung und Ansatz mit 1 bis 5 bewerten. Wie stark Honorar, Eignung, Ansatz und Termine zählen, gewichtet sie selbst.

1. Ansatz

Wie Sie die Aufgabe verstehen und angehen. Zwei bis drei Absätze, konkret auf dieses Projekt bezogen, überzeugen eher als allgemeine Textbausteine. Die Bauherrschaft bewertet diesen Teil direkt.

2. Leistungsumfang und Start

Den Leistungsumfang legt die Bauherrschaft fest, als Teilphasen nach SIA 112. Sie geben an, ab wann Sie starten können. In den Bemerkungen halten Sie fest, was nicht enthalten ist und auf welchen Annahmen Ihr Angebot beruht.

3. Projektleitung

Wer im Büro das Projekt leitet. Zusammen mit Ihren Referenzen ist das die Grundlage, auf der die Bauherrschaft Ihre Eignung bewertet. Nennen Sie die Person und ihre Erfahrung mit vergleichbaren Bauten.

4. Honorar

Ihre Einschätzung des Honorars für den ausgeschriebenen Leistungsumfang, exkl. MWST. Sie gilt als unverbindliche Richtofferte. Wie Sie das Honorar herleiten, zeigt der Beitrag Architektenhonorar in der Schweiz.

Fünf Tipps, um schneller zum Zuschlag zu kommen

  • —Profil schärfen: eine klare Spezialisierung und Referenzen, die dazu passen.
  • —Schnell reagieren. Wer früh ein durchdachtes Angebot abgibt, bleibt im Gedächtnis.
  • —Honorar realistisch ansetzen. Langfristig gewinnt das stimmige Angebot öfter als das tiefste.
  • —Haltung zeigen. Ein kurzer, präziser Zugang zur Aufgabe wirkt stärker als Textbausteine.
  • —Dranbleiben. Akquise lebt vom Rhythmus: Nehmen Sie regelmässig teil, auch wenn nicht jede Eingabe zum Zuschlag führt.

Aufträge entstehen heute über mehrere Kanäle gleichzeitig. Wer öffentliche Wettbewerbe, Netzwerk und eine geprüfte Plattform kombiniert, ist weniger auf Zufall angewiesen und kommt auch als kleines Büro an ernsthafte Bauvorhaben. Ihr Büro registrieren Sie unter Beitreten.

Bereit für geprüfte Aufträge?

Treten Sie dem Haus bei und geben Sie Ihr erstes versiegeltes Honorarangebot ab.

Aufträge für Architekten in der Schweiz finden: Leitfaden