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8. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Architekturbüro-Ausschreibungen: So kommen Sie an Bauaufträge in der Schweiz

Submission, Wettbewerb, Direktvergabe: Wie Ausschreibungen für Architekturbüros funktionieren — und wo private Bauaufträge in der Schweiz tatsächlich vergeben werden.

«Ausschreibung» bedeutet im Bauwesen: Eine Bauherrschaft sucht ein Architekturbüro für ein konkretes Vorhaben und lässt mehrere Anbieter konkurrieren. Wie das abläuft, hängt stark davon ab, ob öffentlich oder privat vergeben wird. Dieser Überblick zeigt die Verfahren — und wo in der Schweiz Bauaufträge tatsächlich zu holen sind.

Öffentlich oder privat — zwei Welten

Öffentliche Auftraggeber sind an das Beschaffungsrecht gebunden (BöB auf Bundesebene, IVöB bei Kantonen und Gemeinden). Ab bestimmten Schwellenwerten müssen sie formell ausschreiben — transparent, nachvollziehbar, mit Rekursmöglichkeit. Private Bauherrschaften dagegen vergeben frei: Sie wählen das Verfahren selbst, laden ein, wen sie wollen, und entscheiden ohne formale Bindung. Beide Welten brauchen unterschiedliche Strategien.

Die wichtigsten Verfahrensarten

Offene und selektive Submission

Bei der offenen Submission kann sich jedes Büro bewerben; bei der selektiven wird zunächst die Eignung geprüft (Präqualifikation), danach reichen die ausgewählten Büros ein. Üblich im öffentlichen Bereich, mit hohem Dokumentationsaufwand.

Architekturwettbewerb (SIA 142/143)

Der Wettbewerb stellt die Projektidee in den Mittelpunkt: Büros reichen einen Entwurf ein, eine Jury bewertet anonym. Qualitativ das anspruchsvollste Verfahren — aber aufwendig und mit ungewissem Ausgang, gerade für kleinere Büros.

Direktvergabe und Einladungswettbewerb

Hier wählt die Bauherrschaft gezielt ein Büro oder lädt einige wenige ein. Das dominierende Modell im privaten Markt — schnell und unkompliziert, aber nur zugänglich, wenn man die Bauherrschaft kennt oder ihr auffällt.

Wo private Bauaufträge in der Schweiz vergeben werden

Der private Markt ist der grösste — und der am schwersten zugängliche. Vergeben wird über persönliche Kontakte, Empfehlungen und zunehmend über spezialisierte Plattformen, die private Ausschreibungen bündeln. Wer nicht nur auf das eigene Netzwerk warten will, braucht einen Kanal, der laufend geprüfte Bauvorhaben sichtbar macht. Welche Kanäle es insgesamt gibt und wie kleine Büros dort zum Zug kommen, zeigt der Leitfaden Aufträge für Architekten in der Schweiz.

Was über den Zuschlag entscheidet

  • —Eignung und Referenzen: passende Erfahrung zum Projekttyp.
  • —Zugang zur Aufgabe: eine klare, überzeugende Haltung statt Standardtext.
  • —Honorar: angemessen und nachvollziehbar kalkuliert.
  • —Termine und Verfügbarkeit: realistisch zugesagt.
  • —Vertrauen: Diskretion und professionelle Kommunikation.

Private Ausschreibungen über Architektonik

Architektonik macht den privaten Vergabemarkt zugänglich: Bauherrschaften schreiben Projekte aus, geprüfte Architekturbüros geben versiegelte Honorarangebote ab. Jedes Büro und jede Ausschreibung wird kuratiert, bevor sie das Haus betritt; die Identität der Bauherrschaft bleibt bis zum Zuschlag anonym. So bleibt das Verfahren diskret und fair. Der Zugang kostet CHF 39.90 pro Einzelteilnahme oder CHF 149.90 pro Monat im Atelier-Abo — für Bauherrschaften ist die Nutzung kostenlos.

Ob öffentliche Submission, Wettbewerb oder privater Bauauftrag: Wer die Verfahren kennt und zusätzlich einen kuratierten Kanal für private Ausschreibungen nutzt, verbreitert seine Auftragsbasis deutlich.

Bereit für geprüfte Aufträge?

Treten Sie dem Haus bei und geben Sie Ihr erstes versiegeltes Honorarangebot ab.

Ausschreibungen für Architekturbüros in der Schweiz