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ARCHITEKTONIKAuktionen für Architektur — Schweiz
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21. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Versiegelte Honorar-Auktion: so funktioniert sie

Was eine versiegelte Honorar-Auktion ist, wie Bauherrschaften und Architekturbüros sie nutzen und worin sie sich von Wettbewerb und Direktvergabe unterscheidet.

Bei einer versiegelten Honorar-Auktion reichen Architekturbüros ihr Angebot für ein ausgeschriebenes Projekt verdeckt ein. Nur die Bauherrschaft sieht die Angebote. Die Büros sehen weder die Beträge der anderen noch, wie viele sich beworben haben. Nach Ablauf der Frist vergleicht die Bauherrschaft die Bewerbungen und erteilt den Zuschlag frei.

Warum versiegelt?

In einer offenen Auktion sieht jeder das tiefste Gebot, und die Teilnehmenden unterbieten sich gegenseitig. Bei Planungsleistungen führt das schnell zu Honoraren, die den Aufwand nicht mehr decken. Wenn die Angebote versiegelt sind, kalkuliert jedes Büro nach dem eigenen Aufwand und dem eigenen Verständnis der Aufgabe. Die Bauherrschaft bekommt Angebote, die auf echter Kalkulation beruhen, und kann sie in Ruhe vergleichen.

Der Ablauf auf Architektonik

  • —Die Bauherrschaft schreibt ihr Projekt aus und legt den Leistungsumfang nach SIA 112 fest. Architektonik prüft die Ausschreibung innert 24 Stunden.
  • —Die Auktion geht mit fester Eingabefrist online, höchstens 60 Tage.
  • —Geprüfte Büros schalten die Auktion frei und sehen den Detailbeschrieb und die Unterlagen.
  • —Jedes Büro reicht seine Bewerbung ein: Ansatz, Start, Projektleitung und Honorar als Richtofferte. Bis zum Fristende kann es sie anpassen.
  • —Die Bauherrschaft vergleicht, bewertet und erteilt den Zuschlag. Erst dann erfährt das berücksichtigte Büro, wer die Bauherrschaft ist, und erhält die genaue Adresse.

Was in eine gute Bewerbung gehört, beschreibt der Leitfaden Aufträge für Architekten finden.

Wie die Bauherrschaft vergleicht

Alle Büros offerieren denselben Leistungsumfang, deshalb lassen sich die Honorare direkt vergleichen. In der Vergleichsansicht bewertet die Bauherrschaft Eignung und Ansatz jedes Büros und legt für sich fest, wie stark Honorar, Eignung, Ansatz und Termine zählen. Den Zuschlag erteilt die Bauherrschaft am Ende nach ihrer Wahl frei.

Abgrenzung zu Wettbewerb und Direktvergabe

Beim Architekturwettbewerb nach SIA 142 reichen Büros einen Entwurf ein, und eine Jury beurteilt anonym. Das Verfahren bringt die besten Projektideen hervor, ist aber für alle Beteiligten aufwendig. Bei der Direktvergabe wählt die Bauherrschaft ein Büro ohne Konkurrenz. Die versiegelte Honorar-Auktion liegt dazwischen: Mehrere Büros bewerben sich, aber ohne fertigen Entwurf. Den Ansatz beschreiben sie in Worten, das Honorar kalkulieren sie für einen festen Leistungsumfang. Die Begriffe erklärt das Vergabe-Glossar.

Für wen sie passt und für wen nicht

Die Honorar-Auktion passt für private Bauherrschaften, Investoren und Entwickler, die mehrere Büros vergleichen wollen, ohne einen Wettbewerb durchzuführen. Öffentliche Auftraggeber müssen ab den gesetzlichen Schwellenwerten nach Beschaffungsrecht ausschreiben (BöB/IVöB, auf simap.ch), dafür ist sie nicht gedacht. Wer die beste gestalterische Idee sucht und Entwürfe vergleichen will, ist mit einem Architekturwettbewerb besser bedient.

Was es kostet

Für Bauherrschaften ist das Ausschreiben kostenlos. Architekturbüros zahlen CHF 39.90 pro Auktion oder CHF 149.90 pro Monat im Atelier-Abo, jeweils exkl. MWST. Details stehen auf der Seite Preise, laufende Auktionen im Auktionskalender.

Bereit für geprüfte Aufträge?

Treten Sie dem Haus bei und geben Sie Ihr erstes versiegeltes Honorarangebot ab.

Versiegelte Honorar-Auktion: so funktioniert sie